POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

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Projekt > Hintergrund

In die Zukunft investieren, Kulturdenkmäler schützen und Kompetenzen schaffen!

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Die Welt ist ständig im Wandel - umso faszinierter sind wir von dem, was trotz aller Veränderung die Jahrtausende überdauert hat. Auf einer Weltkarte unersetzlicher historischer Monumente ist jeder Punkt auch ein Wegweiser für die Gegenwart. Dieses Erbe müssen wir erhalten und pflegen! Dafür brauchen wir hervorragend ausgebildete Restauratoren ebenso wie die neuesten technischen Innovationen, die dazu beitragen, dass Restaurierung mit den jeweils modernsten und dauerhaftesten Methoden durchgeführt wird.

Aus diesem Grunde haben sich international renommierte Forschungsinstitutionen zusammengeschlossen, die in einem vorbildlichen Konservierungsprojekt antike Bauten restaurieren, außerdem für den Erhalt des kulturellen Erbes forschen und junge Talente ausbilden wollen. Dabei sollen langfristige Perspektiven für die Denkmäler in Pompeji entstehen. Um schnell und effizient neue Wege einschlagen zu können, ist das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT auf die Unterstützung von engagierten Förderern angewiesen, die sich sowohl für die Antike als auch für die Spitzenforschung begeistern können und den Wert einer exzellenten Ausbildung von jungen Talenten in Restaurierung und Archäologie erkennen und unterstützen wollen.

Die digitale Dokumentation dient als Grundlage für die Konservierungsmaßnahmen und für die öffentliche Präsentation der Forschungen und Arbeiten an der Porta Nocera Nekropole. Sie wird durch das CNR-IBAM kontinuierlich erweitert. Diese Arbeiten werden hier in einem Film vorgestellt:

Wo wir ansetzen

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Am Fuße des Vesuvs befindet sich das weltweit berühmteste Symbol aller unschätzbaren antiken Monumente: Pompeji. Wie in einer Zeitkapsel eingeschlossen, überlebte die Antike hier fast zwei Jahrtausende lang unter der Asche des Vulkans, dessen Ausbruch im Jahr 79 die Stadt verschüttet hatte. 2,5 Millionen Menschen aus aller Welt besuchen jährlich die in weiten Teilen ausgegrabene Stadt, die eine einzigartige Zeitreise zu der Lebensweise im antiken Italien bietet. Das Weltkulturerbe der UNESCO ist damit eine der meistbesuchten Denkmalstätten weltweit.

Aber Pompeji hat nicht nur einzigartige Bedeutung für die antike Kulturgeschichte, sondern ist auch ein Restaurierungsarchiv ohne Gleichen. Die Vielfalt der erhaltenen Objekte und Materialien prädestinieren die Stadt für unser Vorhaben. Nirgendwo auf der Welt lassen sich Methoden zur Restaurierung der materiellen Kultur der Römer besser erforschen als hier. Ansätze und Lösungen, die in Pompeji entwickelt werden, können Grundlagen für Sanierungsaufgaben in Antikenstätten des gesamten europäischen Raumes und der ganzen Welt werden, auch da die Stadt die einzigartige Möglichkeit bietet, vor Ort die europäische Restaurierungsgeschichte der letzten 250 Jahre zu studieren.

Im Herbst 2014 haben wir mit einer ersten vorbereitenden Kampagne vor Ort den Grundstein für ein insgesamt zehnjähriges Restaurierungsprojekt in Pompeji gelegt. In diesem werden wir neue Ansätze und Materialien erforschen und internationale Nachwuchswissenschaftler ausbilden. Durch Innovation und zukunftsweisende Methoden der nachhaltigen Konservierung werden wir nicht nur substanziell zum Erhalt von Pompeji beitragen und somit die in vorbildlicher Weise eingeleiteten Maßnahmen der Soprintedenz und des Grande Progetto Pompeji ergänzen, sondern auch den Grundstein dafür legen, die antike Stadt als Zentrum für konservierungswissenschaftliche Spitzenforschung und für die Ausbildung junger Konservatoren zu etablieren.

Womit wir beginnen

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Im Herbst 2014 begann das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT mit einer vorbereitenden Kampagne in einem höchst prominenten Areal am Eingang der antiken Stadt: Den 60 Grabbauten der Nekropole vor der Porta Nocera, die die Besucher empfangen, wenn sie vom modernen Ort Pompeji aus die berühmte Ausgrabungsstätte betreten.

Wie in den meisten antiken Stätten bestatteten auch die Einwohner des antiken Pompeji ihre Verstorbenen direkt außerhalb der Stadttore in teilweise prächtigen Grabarchitekturen. Nirgendwo auf der Welt sind diese so vollständig überliefert wie in Pompeji. In den Grabkammern und an den Fassaden hat sich die farbige Wandmalerei und in Stuck geformte architektonische Gliederung erhalten, in den Nischen stehen noch die Statuen und Büsten der Verstorbenen, deren Namen auf den Grabinschriften überliefert sind. Reste von Graffiti, gemalten Wahlkampfslogans und Ankündigungen von Gladiatorenspielen belegen, dass dieses Quartier der Stadt ein stark frequentierter Ort war, an dem sich das bunte Treiben der Umgehungsstraße mit den Zeremonien von Bestattungen und Totenritualen mischte. Zusammen mit den vier anderen bekannten Nekropolen von Pompeji bildet das Gräberviertel vor der Porta Nocera einen integralen Bestandteil der Stadt Pompeji. Hier stehen Ehrengräber für verdiente Bürgerinnen und Bürger neben Familengräbern, hier finden sich Bestattungen für Freie und Sklaven, Männer und Frauen, Einheimische und Fremde. In dieser Vielfalt ist uns ein detailliertes Spiegelbild der städtischen Gesellschaft von Pompeji überliefert. Die Nekropole vor der Porta Nocera stellt somit auch einen einzigartigen Zugang zum Verständnis des Lebens in der antiken Welt dar.


Die Nekropolen von Pompeji blicken auch auf eine bewegte Restaurierungsgeschichte zurück. Sie erlaubt es,  die verschiedenen Phasen pompejanischer Rekonstruktionsgeschichte modellhaft auf ihre konservatorischen und bauphysikalischen Konsequenzen hin zu untersuchen. An dieser Stelle wird das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT mit seiner Arbeit beginnen. Die Grabbauten vor der Porta Nocera erfüllen alle Kriterien, die für Umsetzung des Projekts entscheidend sind: gleichermaßen bedeutende wie bedrohte Befunde, vielfältige Ansatzpunkte für Konservierungsforschung und Ausbildung.

3 ASPEKTE – 20 PUNKTE:
DIE POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT AGENDA

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

ERHALT DES KULTURELLEN ERBES

  • Nachhaltige und ganzheitliche Restaurierung
  • Präventive Konservierung und Pflege
  • Dokumentation und Publikation 
  • Etablierung eines Zentrums zur Archivierung von Restaurierungsdaten
  • Unterstützung des von der Soprintendenza entwickelten Monitorsystems zur Früherkennung von Problemen
  • Konzepte für eine ruinengerechte touristische Erschließung

AUSBILDUNG

  • Ausbildung von Studierenden der Restaurierung, Archäologie und Bauforschung
  • Weiterbildung von professionellen Restauratoren aus verschiedenen Kulturkreisen
  • Interdisziplinäre Seminare zur Ruinenpflege
  • Pompeji-Kurse für Schulen aus der Vesuvregion und internationalen Partnerschulen
  • Ausbildung von Wach- und Wartungspersonal
  • Internationale Workshops und Kongresse zur Fortbildung der eigenen Kompetenz

FORSCHUNG

  • Entwicklung von neuen restauratorischen Methoden
  • Entwicklung von dauerhaften Konservierungsmaterialien
  • Klimauntersuchungen zur präventiven Konservierung
  • Archäologische Grundlagenforschung
  • Bauhistorische Forschungen zu antiken Bautechniken
  • Sozialhistorische Studien zur Geschichte der Bewohner
  • Entwicklung einer am Befund orientierten digitalen Vermittlung der Gebäude
  • Restaurierungshistorische Studien über Pompeji

Vorbereitungen

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Im Herbst 2014 führte das Pompeii Sustainable Preservation Project eine erste, vorbereitende Kampagne in der Nekropole vor der Porta Nocera in Pompeji durch.

Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der Soprintendenza Speciale die Beni Archaeologici di Pompeii, Ercolano, Stabia wurde im Sommer 2014 entschieden, dass das Projektteam mit seinen Arbeiten in der Nekropole vor der Porta Nocera beginnen wird. Dank der Unterstützung seitens der Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr. Raimund Neugebauer, und des Consiglio Nazionale delle Richerche (CNR IBAM), Prof. Dr. Luigi Nicolais, ergab sich die Möglichkeit, noch im selben Jahr mit einer ersten, vorbereitenden Kampagne zu beginnen. Dabei hat das Team vornehmlich zwei übergeordnete Ziele verfolgt: Erstens haben die Wissenschaftler den Ist-Zustand der Nekropole dokumentiert, um auf dieser Grundlage einen konkreten Maßnahmen-, Kosten- und Zeitplan für die weitere Planung des Projekts zu erstellen. Zweitens wurde ein breiter Dialog mit der Öffentlichkeit eingeleitet, um so direkte und konkrete Rückmeldungen auch seitens der Besucher Pompejis zu erhalten, die die weiteren Arbeiten befruchten. Die Vorkampagne wurde von zwei Workshops begleitet. Dabei diskutierten die Projektmitarbeiter mit einem internationalen Expertenteam, wie während der Kampagne vorzugehen sei und welche Schritte bei der zukünftigen Restaurierung und Konservierung der Nekropole zu gehen sind.

Die Vorkampagne dauerte vom 21. September bis 14. November 2014. In diesem Zeitraum wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Fotodokumentation des heutigen Erscheinungsbildes aller Grabbauten
  • Dokumentation und Recherche zu früheren Restaurierungen
  • Kartierung unterschiedlicher Schadensbilder an den Grabbauten
  • Kartierung von Gefahrenbereichen für Besucher
  • erste Analysen zum ober- und unterirdischen Wasserfluss im Bereich der Nekropole
  • geophysikalische Untersuchungen des gesamten Areals der Nekropole
  • Diskussion zu Materialien, Konstruktion und Aussehen von Schutzbauten für die Nekropole
  • Klimamessungen in Grabkammern und Grabbezirken
  • Erstellen eines digitalen dreidimensionalen Modells der gesamten Nekropole als Grundlage für virtuelle Touren und weitere Dokumentationen
  • Erstellung eines Arbeits- und Finanzplans für eine vollständige und nachhaltige Restaurierung der Nekropole

An der Verwirklichung waren zwei Arbeitsgruppen beteiligt: Ein Team vom CNR IBAM beschäftigte sich unter der Leitung von Prof. Dr. Daniele Malfitana mit den geophysikalischen Untersuchungen und einer detaillierten fotographischen und fotogrammetrischen Dokumentation, die als Grundlage für ein digitales Modell dienen wird. Das zweite Team wurde von Prof. Monica Martelli-Castaldi und Dr. Pia Kastenmeier geleitet und führte die Dokumentation des Ist-Zustandes der Nekropole und erarbeitete die zukünftig notwendigen Maßnahmen. An diesen Arbeiten waren drei Studentinnen der Technischen Universität München (TUM) des Studiengangs Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft sowie ein italienischer Restaurierungspraktikant beteiligt, die während der Kampagne unter fachkundiger Anleitung vielfältige Erfahrungen im Bereich der Schadensdokumentation sammeln konnten.

Bereits während der vorbereitenden Kampagne engagierte sich das Team des PSPP parallel zu den laufenden Arbeiten bei verschiedenen Führungen vor Ort. So konnten etwa der Freundeskreis der Glyptothek in München, der Pompejikurs des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom sowie vier Grundschulklassen aus der am Fuße des Vesuvs gelegenen Gemeinde Terzigno die Nekropole und Fragen zu ihrer Erhaltung näher gebracht werden. Schließlich hatten die PSPP-Mitarbeiter am 12. November die Möglichkeit, ihr Projekt einem UNESCO-Team, das Pompeji besuchte, vorzustellen und die Delegation für ihre Vorgehensweisen und Methoden zu begeistern.

An den Arbeiten waren beteiligt (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Edith Aichinger (Fotographische Dokumentation, Klimauntersuchungen, TUM)
  • Dott. Samuele Barone (Fotografische Dokumentation, 3D-Modellierung und Visualisierung, CNR IBAM)
  • Dr. Annalisa Capurso (Koordination der Arbeiten seitens der Soprintendenza Sepciale die Beni Archaeologici di Pompei, Ercolano, Stabia)
  • Christina Elsässer (Restauratorische Dokumentation, TUM)
  • Prof. Erwin Emmerling (Koordination Restauratorische Dokumentation und Betreuung der Studierenden)
  • Clara Friedl (Fotographische Dokumentation, Klimauntersuchungen, TUM)
  • Dott. Giovanni  Fragalà (Fotografische Dokumentation, 3D Modellierung und Visualisierung, CNR IBAM)
  • Dr. Pia Kastenmeier (Leitung der archäologischen und forschungshistorischen Untersuchungen)
  • Dr. Ralf Kilian (Koordination der Kampagne und Leitung Klimauntersuchungen, Fraunhofer IBP)
  • Simone Leitner (Restauratorische Dokumentation)
  • Dott. Giovanni Leucci (Geophysik, CNR IBAM)
  • Prof. Dr. Daniele Malfitana (Koordination und Leitung der Arbeitsgruppe des CNR IBAM)
  • Prof. Monica Martelli Castaldi (Leitung der restauratorischen Dokumentation)
  • Dr. Albrecht Matthaei (Koordination der Kampagne, Fraunhofer IBP)
  • Dott. Danilo Pavoe (Fotografische Dokumentation, 3D Modellierung und Visualisierung, CNR IBAM)
  • Donatella Siani-Leitner (Restauratorische Dokumentation)

Wir danken der Soprintendenza Speciale die Beni  Archaeologici di Pompei Ercolano Stabia, insbesondere dem Soprintendenten Prof. Massimo Osanna, Dr. Annalisa Capurso, Dr. Grete Stefani und Arch. Stefania Giudice für ihre überaus tatkräftige Unterstützung und die in jeder Hinsicht großartige Zusammenarbeit. Weiterer Dank gebührt: Prof. William van Andringa (Universite Lille 3, Frankreich) und seinem Team, die uns während des ersten Workshops Einblick in ihre laufenden Grabungen in der Nekropole gewährt haben; Arch. Stefan Giers (TUM), der die Diskussion zu den Schutzbauten mit Beiträge und Entwürfe bereicherte; Dr. h.c. Jürgen Pursche und Klaus Klarner, die als Restaurierungsexperten an beiden Workshops teilnahmen; Dipl. Ing. Christiane Brasse MSc., die bei dem zweiten Workshop einen Vortrag zu den aktuellen Forschungen über die Stadtbefestigung im Bereich der Porta Nocera hielt.

Erste internationale Sommerakademie des PSPP für Restauratoren an der Porta Nocera-Nekropole

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Am 7. September 2015 begann das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT mit der diesjährigen Kampagne vor Ort. Bis zum 4. November 2015 werden insgesamt neun Restauratoren und ein Bauphysiker (Doktoranden und Masterstudenten) aus Deutschland, Italien, Spanien und Syrien in Pompeji restaurieren, forschen und gleichzeitig – im Rahmen der ersten PSPP-Sommerakademie – auf höchstem Niveau weiter ausgebildet. Nach einem zweitägigen Kolloquium zu Themen rund um die Arbeiten des Projekts (9.–10. September 2015) stehen in den kommenden Wochen die Sicherung antiker Oberflächen an den am stärksten gefährdeten Grabbauten im Zentrum des Kursprogramms. Weitere Seminare, Führungen und Besuche in Restaurierungswerkstätten und Handwerksbetrieben in der Region sorgen dafür, dass die Teilnehmer des Studienkurses über die praktische Erfahrung hinaus einen tiefen Einblick in die Thematik der Bedrohung von Denkmälern und die Vielzahl von ebenso innovativen wie perspektivenreichen Restaurierungsprojekten in der Region am Golf von Neapel erhalten.

Neben den Aktivitäten der Sommerakademie bereitet das PSPP die Installation von Schutzdächern für die Grabmäler vor. Diese werden von der Technischen Universität München entwickelt. Die als Modulsystem gestalteten Dächer sollen wartungsfrei Jahrzehnte funktionstüchtig bleiben und sind erdbebensicher. Ohne diese Schutzdächer über den Grabbauten ist eine auf Dauer angelegte Restaurierung nur schwer vorstellbar. Noch in diesem Jahr soll ein erster Prototyp in Pompeji aufgestellt werden.

Zum langfristigen Erhalt der Nekropole und ihrer Erforschung trägt auch die Gestaltung eines virtuellen 3D-Modells durch das CNR IBAM bei. Dieses wurde bereits im letzten Jahr erfolgreich begonnen und wird nicht nur allen Pompejifreunden weltweit einen Online-Spaziergang durch die Nekropole ermöglichen, sondern auch den Wissenschaftlern bei ihren Arbeiten helfen, etwa für die Dokumentation von Schäden und Maßnahmen, als Oberfläche für ihre Datenbank oder bei der Planung der Schutzbauten. Parallel dazu werden die Geophysiker des CNR IBAM ihre Untersuchungen zur Stabilität des Untergrundes, in dem die Grabbauten fundamentiert sind, fortsetzen.

Auch der breiteren Öffentlichkeit soll in speziellen Führungen vor Ort aufgezeigt werden, dass der dauerhafte Erhalt des Kulturerbes eine zukunftsweisende Aufgabe ist. Aus diesem Grund hat das PSPP auch dieses Jahr wieder Besucher unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen eingeladen, um die laufenden Arbeiten vorzustellen und zu diskutieren: So nahmen wir etwa aktiv an dem von der Soprintendenza Speciale di Pompei, Ercolano e Stabia (SSPES) gestalteten „giornate del patrimonio“ (Tag des Denkmals) am 20. September 2015 teil. 

Ermöglicht wurde die Kampagne durch die großzügigen Spenden der Alan and Linde Katritzky Foundation (USA). Wir danken! Um die Spende aus den USA verlustfrei nach Europa und damit auch nach Pompeji zu transferieren, wurde eine Kooperation mit den American Friends of the German Archaeological Institute (http://www.afdai.org) geschaffen, denen wir an dieser Stelle nochmals sehr herzlich danken wollen. Ganz besonderer Dank gilt natürlich auch dieses Jahr wieder der Soprintendenza Speciale per Pompei, Ercolano e Stabia, die das Projekt beherbergt und in jeder Hinsicht umfassend unterstützt und fördert.

 

Alumni Sommerakademie 2015

Alumni des Studienprogramms des Pompeii Sustainable Preservation Project 

Sommerakademie 2015

Die 1. internationale Sommerakademie des Pompeii Sustainable Preservation Project PSPP begann am 9. September 2015 und dauerte bis zum 4. November 2015. Es nahmen 10 Studierende aus 5 Ländern und verschiedenen europäischen Hochschulen teil. Die »Ehemaligen« haben die Möglichkeit, das PSPP im Rahmen des projekteigenen Alumni-Netzwerks weiter zu begleiten. Auf dieser Seite schildern sie mit persönlichen Kommentaren Ihren Eindruck von den Erfahrungen in Pompeji. Die Angaben hinter den Namen beziehen sich das Herkunftsland und die jeweilige, im Herbst 2015 aktuelle Ausbildungs- oder Arbeitsstelle.

 

»An diesem außergewöhnlichen Ort, mit all den herzlichen und motivierten Menschen zu lernen und zu arbeiten, war eine großartige Erfahrung für mich. Besonders die Internationalität der Gruppe brachte Vielfalt, neue Perspektiven und Lebendigkeit in die Diskussionen, die konservatorische Arbeit und in die Nekropole vor der Porta Nocera. Die Zeit in Pompeji Bereich bereicherte mich um wertvolle Erfahrungen im Bereich der konservatorischen Arbeit in einer Weltkulturerbe-Stätte - dies ist im speziellen der Idee des PSPP zu verdanken, die es ermöglicht über alle Schritte, von der Bestandsaufnahme, über Konzeption, bis hin zur Umsetzung der Not Konservierungs-Maßnahme, zu einem konkreten Verständnis der Anforderungen einer Archäologischen Städte zu gelangen. Mit vielen freudigen Erinnerungen im Gepäck sage ich Dankeschön PSPP und Dankeschön an alle Mitstreiter. Es war mir eine große Freude.«

Edith Aichinger (Deutschland, Technische Universität München)


 

»Durch die Teilnahme an der Sommerakademie konnte ich viele wichtige Erfahrungen sammeln und neue Erkenntnisse erlangen. Dies ist zum einen dem interkulturellen Austausch zu verdanken, dass er immer wieder zu interessanten Diskussionen und neuen Ideen führte, aber auch der Struktur der Sommerakademie. Diese ermöglichte durch Vorträge, Exkursionen und dem Mitwirken bei der Entwicklung und Ausführung des Konservierungs-Konzepts für die Porta Nocera Nekropole, die Erlangung eines ganzheitlichen Verständnisses für die Situation vor Ort, die Problematiken und den Umgang mit einer antiken, archäologischen Stätte. Ich freue mich, dass ich dabei sein konnte, wünsche dem Projekt alles Gute und bin überzeugt, dass es auch in Zukunft erfolgreich weitergehen wird.«

Viola Klein (Deutschland, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)


 

»Pompeji ist mir eine Freude, dort zu arbeiten, zu lernen, die Umgebung zu bereisen, zusammen mit engagierten Menschen aus verschiedenen Ländern. Das alles ermöglichte mir das PSPP und ich hoffe, dass es das noch vielen anderen ermöglichen wird. Denn am schönsten und am sinnvollsten für den Erhalt von Pompeji sind das wiederkommen und weitermachen!«

Clara Friedl (Deutschland, Technische Universität München)

  


»In seguito alla campagna del PSPP mi sento arricchita. La possibilità di lovorare con un gruppo internazionale è molto stimolante perchè si mettono a confronto esperienze, idee, punti di vista, e opprocci diferenti.«

Chiara Marcon (Italien, University of Applied Sciences and Arts of Southern Switzerland)

 


»This project is a fresh breeze in Pompeii: nice energy blowing in the old site, in order to try the best to preserve it. Este proyecto es aire fresco para Pompeya: energia positiva dedicada a preservarlo.«

Montserat Lasunción Ascanio (Spanien, Freischaffende Restauratorin – Rom / Lyon / Barcelona) 

   



»È un gran piacere per me poter salutare e ringraziare nella mia lingua madre tutti coloro che mi hanno dato la possibilità di partecipare al workshop sul restauro della necropoli di porta Nocera a Pompei in Italia che ha avuto luogo dal 09/09/2015 al 04/11/2015, nell’ambito del PSPP “Pompeii Sustainable Preservation Progect” in collaborazione con l’istituto Fraunhofer per la fisica della costruzione.

Il programma a cui ho potuto partecipare in questi ultimi due mesi  era estremamente ricco dal punto di vista degli aspetti tecnico-artistici e mi ha permesso di apprendere nuovi metodi e un nuovo modo di pensare al restauro, a livello spirituale ed educativo. L’atmosfera di lavoro era stimolante, le relazioni umane erano altamente professionali e cordiali all’interno del gruppo internazionale dei partecipanti: italiani, tedeschi ed altri, coordinatori, esperti e studenti.

Penso che un progetto come il PSPP basato su alti principi e profondi valori e diretto da persone di grande esperienza, sapere e d’alta sensibilità non solo verso gli oggetti da sottoporre a restauro, ma anche riguardo al modo di direzione delle risorse umane non poteva che avere successo.

Vorrei ringraziarvi ancora una volta per questa opportunità unica che mi ha permesso di vivere e sperimentare in una città antica come Pompei, augurandovi un continuo successo.«

8 novembre 2015 corrispondente al calendario lunare 26 Muḥarram 1437 H.

Joliana Salloum (Syrien, Università Roma Tre)


»An der PSPP Summer School teilzunehmen war nicht nur auf Grund der kulturellen Wichtigkeit Pompejis ein großartige Erfahrung für mich. Sich mit den komplexen Gegebenheiten einer archäologischen Stätte im Zusammenhang mit einer Konservierungsmaßnahme zu beschäftigen, war eine gute und hilfreiche Übung für jedes weitere restauratorische und konservatorische Denken und Handeln. Auch der Austausch untereinander und mit erfahrenen Restauratoren, genauso aber die interdisziplinäre Zusammenarbeit z. B. mit Archäologen hat mir sehr viel gebracht und Spaß gemacht.«

Karoline Santowski (Deutschland, Technische Hochschule Köln)


»Johann Wolfgang von Goethes Aussage über Pompeji (1787): ›Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte‹, hat bis heute seine Gültigkeit behalten. Die anhaltende Attraktivität der antiken Stadt mag auch daran liegen, das es den Traum derjenigen erfüllt, welche die Stadt wieder beleben wollen. Um die Stadt auch als solche wahrnehmen zu können, erfordert sie nach Kevin Lynch, ein wieder erkennbare Form und eine räumliche Struktur, aus der die Lage von Objekt und Betrachter unverkennbar hervorgeht und so ein emotionales Image schafft (identity 7 structure / meaning). Das PSPP-Projekt versucht genau hier neue Ansätze zu finden und bietet dabei eine Plattform für die jungen Generationen.«

Christian Kaiser (Italien, Technische Universität München)


»Sudjelovati u Porta Nocera kampanji (projektu) za mene je bilo odlično iskustvo iz nekoliko bitnijih razloga. Bilo je zanimljivo raditi sa studentima i stručnjacima iz različitih zemalja tj. različitih iskustava jer su se kroz brojne rasprave tijekom samog rada na grobnicama mogla čuti razna mišljenja o upotrebljenim materijalima i metodologiji njihove primijene. Osim stjecanja novih znanja to mi je omogućilo usporedbu s uobičajenom hrvatskom praksom te razinom edukacije studenata konzervacije-restauracije u mojoj zemlji. Pošto nikada prije nisam imala priliku raditi na lokalitetu kojemu su potrebne hitne mjere zaštite poput ovog (u smislu brojnih oštećenja i alarmantne potrebe za konsolidacijom), za mene je vrlo vrijedno iskustvo bilo usmjeriti pažnju na odabir prioriteta te način na koji postići optimalan učinak zaštite u zadanim okvirima. Bez obzira na njegovu ugroženost, ovakav način razmišljanja nužan je u suočavanju sa bilo kojom strukturom jer su idealni uvjeti rada u praksi vrlo rijetki te uvijek valja odvagati prednosti i nedostatke. Stoga me rad na Porta Nocera nekropoli potaknuo da hrvatskim studentima ukažem na razliku između idealnog pristupa i čitavog niza problema na koje se nailazi radeći u praksi te ih usmjeriti kako da u realnim, ne-idealnim uvjetimima postignu optimalne razultate. I na kraju, uz korist upoznavanja s nekim novim materijalima (npr. foam mortar), od prezentacija studenata, organizatora kampanje i ostalih stručnjaka tijekom njena posljednja dva dana, sretna sam na prilici da budem dijelom ove kampanje jer sam upoznala ljude koji strastveno vole svoj posao. Mislim da je ova kampanja te angažman njenih organizatora i svih njenih sudionika vrlo važan i velik doprinos napretku konzervatorsko-restauratorske struke te hvale vrijedan pristup zaštiti svjetske kulturne baštine.«

doc.mr.art. Neva Pološki, Odsjek za konzerviranje i restauriranje umjetnina Akademija likovnih umjetnosti, Zagreb, Hrvatska

ÜBER UNS > Konsortium

Wer wir sind

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT ist ein Zusammenschluss folgender, führender europäischer Forschungsinstitutionen:

  • Fraunhofer-Gesellschaft
  • Technische Universität München
  • Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Pompei, Ercolano e Stabia
  • International Center for the Study of the Preservation and Restoration of Cultural Property ICCROM
  • Istituto per i Beni Archeologici e Monumentali des CNR

und wird unterstützt von den Forschungspartnern:

  • School of Geography and the Environment at the University of Oxford
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Deutsche Archäologische Institut in Rom
  • Università di Pisa
  • Istituto Superiore per la Conservazione ed il Restauro del Ministero per i Beni e le Attività Culturali

Das Projekt ist als Forschungsverband deutschen Rechts am Fraunhofer-Institut für Bauphysik angesiedelt und nutzt dessen langjährige Kompetenz bei der Verwaltung internationaler Kooperationen.

Die wissenschaftliche Leitung des POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT liegt bei einem internationalen Expertengremium, das aus Mitgliedern der beteiligten Institutionen und den zukünftigen Förderern besteht.
Den wissenschaftlichen Vorstand bilden:

  • Prof. Dr. Massimo Osanna (Generaldirektor Soprintendenza Pompei)
  • Prof. Dr. Klaus Peter Sedlbauer (Direktor, Fraunhofer-Institut für Bauphysik)
  • Prof. Erwin Emmerling (Ordinarius für Restaurierung,Technische Universität München)
  • Prof. Dr. Stefano de Caro (Generaldirektor, ICCROM)
  • Prof. Dr. Daniele Malfitana (Direktor, Istituto per i Beni Archeologici e Monumentali des CNR)

Was wir tun

POMPEII – SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT will einzigartige Kulturdenkmäler schützen und dabei neue Kompetenzen entwickeln. Es vereint deswegen hochqualitative Restaurierung mit geistes- und naturwissenschaftlicher Spitzenforschung und Ausbildung von Nachwuchskräften.

Experten auf den Feldern der Grundlagen- und der angewandten Forschung arbeiten im POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT zusammen an folgenden Aufgaben:

  • Erforschung innovativer Methoden der Präventiven Konservierung zur Vorbeugung gegen den weiteren Verfall
  • Regelmäßige Sommerakademien vor Ort zur Ausbildung von internationalen Restauratoren und Nachwuchswissenschaftlern als substanzieller Beitrag für die Erhaltung des Weltkulturerbes
  • Entwicklung und Adaptierung von Materialien, Strategien und Methoden, die für eine effiziente und nachhaltige Restaurierung in antiken Stätten weit über Pompeji hinaus angewendet werden können
  • Vorbildliche Restaurierung und dauerhafte Sicherung von antiken, pompejanischen Baukomplexen
  • Etablierung von Pompeji als internationales Forschungszentrum für die nachhaltige Konservierung von antiker Architektur
  • Dokumentation der Bauten und ihrer Entstehungsgeschichte mit modernsten Methoden unter aktuellen archäologischen und bauwissenschaftlichen Gesichtspunkten
  • Gestaltung von neuen Konzepten für Schutzbauten und deren ruinen- und besuchergerechte Errichtung
  • Einbeziehung der botanischen Forschung für eine ökologisch korrekte und befundgerechte Begrünung der antiken Gärten

Das Projekt wird begleitet von einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit zu den aktuellen Forschungsergebnissen, um das Bewusstsein für den Erhalt des Weltkulturerbes und seinen Wert zu schärfen.

Wir wir arbeiten

POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

DAS POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Eine historisch korrekte und für die ganze Stadt adäquate Restaurierung muss alle Befunde - vom aufwendigen Wandbild bis zur kleinsten noch erhaltenen Mauer - sichern. Die Dokumentation sowie die Restaurierungsarbeiten werden durch wissenschaftliche Untersuchungen begleitet.

Durch die enge Zusammenarbeit und ständige Kommunikation mit Restauratoren und Archäologen anderer antiker Stätten am Golf von Neapel (Capri, Sorrent, Stabia, Herculaneum, Neapel, u. v. a.) wollen wir die für unser Vorhaben günstige Lage von Pompeji nutzen, um weitreichende Synergien anzustoßen. Wir werden jährliche Sommerakademien für Restauratoren und Archäologen veranstalten. Das Kursangebot gliedert sich in theoretische Seminare zur Geschichte und Archäologie der Region, zu antiken Bautechniken, zur Restaurationsgeschichte und zu modernen Restaurierungsansätzen, sowie einen praktischen Teil, der die Einbeziehung der Kursteilnehmer in die laufenden Arbeiten an den Monumenten vorsieht. Im Rahmen unseres Ausbildungsprogramms werden wir darüber hinaus regelmäßig Schulklassen ermöglichen, unsere Arbeit zu besichtigen und mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern über die Monumente und ihre Konservierung zu diskutieren.


Durch eine dauerhafte Präsenz des POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT vor Ort wird eine Infrastruktur geschaffen, die auch weiteren Forschungsprojekten als Plattform dienen soll. Internationale Kolloquien, Workshops und eine Vielzahl von Publikationen in verschiedenen Medien werden die Resultate einem breiten Publikum von Laien und Experten gleichermaßen nahebringen.

 

Mission & Vision

POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Prof. Dr. Francesco Bandarin, Former Director of the UNESCO World Heritage Center and Assistant Director-General for Culture

Dr. Dr h.c. mult. Hans Ulrich Seidt, ehem. Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland

Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr. h.c. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München

Pompeji erlaubt, wie kein anderer Ort auf dieser Welt, einen direkten Einblick in das alltägliche Leben der römischen Antike: Die Stadt ist somit ein einzigartiger Schatz! Jeder Besucher kann hier während eines Spaziergangs in die Vergangenheit eintauchen und in seiner Phantasie das Leben der Straßen auferstehen lassen, in Läden schauen, sehen, wie arme und reiche Pompejaner lebten und wie sie ihre Häuser mit Bildern und Böden schmückten. All dies überlebte mehr als 2000 Jahre  –  unter der Asche des Vesuvs. Der Klimawandel bedroht den Bestand der Stadt nun zusätzlich zu den Problemen des Massentourismus und den in sich fragilen Bauten der Stadt. Diese Kombination aus historischer Bedeutung und aktueller Bedrohung machen Pompeji zu einem perfekten Labor, um neue Wege in der Konservierungsforschung zu gehen. Sie sollte auf neue und vor allem dauerhafte Methoden der Konservierung und auf ruinenkonforme Arten des Tourismus ausgelegt sein, um die Kulturgüter unserer Welt für zukünftige Generationen zu erhalten. Das hier vorgestellte Projekt, das einen multidisziplinären Forschungsansatz mit der praxisnahen Ausbildung von Wissenschaftlern und Konservatoren verbindet, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es hat das Potenzial, neue Standards im Bereich der dauerhaften präventiven Konservierung zu setzen, die von Pompeji weltweit auf archäologische Stätten übertragen werden können.

Prof. Dr. Francesco Bandarin, Former Director of the UNESCO World Heritage Center and Assistant Director-General for Culture

Pompeji ist nicht nur ein weltweit bekanntes Denkmal der antiken europäischen Kultur, die antike Stätte blickt auch auf eine lange und erfolgreiche Tradition deutsch- italienischer Kooperationen im Berich von Kultur und Wissenschaft zurück. Als Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland begrüße ich die hier vorgestellte Initative deutscher und italienischer Forschungsinstitutionen ausdrücklich. Der im POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT angelegte Dialog hilft uns, europäische Werte zu bewahren und ein Verständnis für dieselben zu wecken und zu kommunizieren. 

Dr. Dr h.c. mult. Hans Ulrich Seidt, ehem. Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland

Das Weltkulturerbe in Pompeji zu erhalten ist eine Pflicht, die wir den kommenden Generationen schulden. Die Fraunhofer-Gesellschaft wird mit ihrer langjährigen Erfahrung in der angewandten Forschung dazu mit innovativen Technologien und Methoden einen wesentlichen Beitrag leisten. Sie kann dabei als Mitglied der Forschungsallianz Kulturerbe, getragen von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Leibniz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft, sowohl auf naturwissenschaftlich-technische als auch auf geistes- und kulturwissenschaftliche Expertise aufbauen. Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem interdisziplinären Projekt die bereits bestehenden engen Bande deutsch-italienischer Zusammenarbeit weiter stärken und jungen Wissenschaftlern nachhaltige Perspektiven bieten. 

Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E.h. Dr.-Ing. E.h. mult. Dr. h.c. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft

Wie wenige antike Stätten steht Pompeji für grandiose Kultur und tragischen Untergang – symbolisiert römische Kultur in höchster Verfeinerung und weltweites Nachwirken im 18. und vor allem auch im 19. Jahrhundert: König Ludwig I. von Bayern. ließ sich in Aschaffenburg in den 1840er-Jahren das Pompejanum errichten, den Nachbau des Hauses von Castor und Pollux in Originalgröße. 

Generationen von Archäologen haben mit unendlicher Mühe große Teile der antiken Stadt freigelegt, und Generationen von zukünftigen Archäologen, Architekten, Bauforschern und Restauratoren obliegt es, dieses Erbe der Menschheit sachgerecht zu pflegen und für nachfolgende Generationen zu bewahren. Die Herausforderungen an die sachgerechte Pflege einer solch riesigen archäologischen Stätte sind immens und die aktuellen Probleme gewaltig.

Ich freue mich, dass die Technische Universität München mit dem POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT sich an der Rettung von Pompeji beteiligt, und bin sicher, dass das an unserer Universität vorhandene Fachwissen und die Kompetenz ihrer Mitarbeiter gewährleistet, optimale Schritte zur Konservierung und Restaurierung des hier vorgestellten Projekts erfolgreich in die Wege zu leiten. Ich wünsche diesem Projekt jeden denkbaren Erfolg und unterstütze gerne die Initiative.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München


Unterstützer

POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

S. Em. Rev. ma Gianfranco Cardinale Ravasi, Presidente del Pontificio Consiglio della Cultura

« "Domenica andammo a Pompei. Molte sciagure sono accadute nel mondo, ma poche hanno procurato altrettanta gioia alla posterità" (Viaggio in Italia, 1787). Parafrasando Goethe, si potrebbe affermare che una nuova sciagura si stia abbattendo sul sito di Pompei. Abbiamo infatti ancora vive negli occhi le impressionanti immagini di alcuni disastrosi crolli appena due anni fa. Se infatti le ceneri del Vesuvio nel 79 d.C. portarono la morte, ma lasciarono straordinariamente intatte le strutture architettoniche, opere d'arte e oggetti di uso comune, dalla riscoperta del sito nel XVIII secolo fino ad oggi insidiosi agenti naturali, la costante usura dei flussi turistici e l'indifferenza delle istituzioni civili e delle stesse comunità locali e nazionali sono la causa di un degrado lento, inesorabile e potenzialmente irreversibile. Salutiamo quindi con gratitudine e speranza l'iniziativa dei giovani studiosi promotori del Pompeii Sustainable Preservation Project, volto al ricupero integrale di una delle necropoli della città, mediante la messa a punto di apposite metodologie e con l'intenzione di costituire un laboratorio di formazione per giovani leve nel campo del restauro. L'iniziativa, partendo da un'università tedesca, rinnova la tradizione dell'amore di quella nazione per il patrimonio culturale italiano, in accordo e in sinergia con le istituzioni e gli istituti di ricerca italiani. Auspichiamo infine che i privati che hanno la possibilità di mettere a disposizione mezzi economici lo facciano con generosità, affinchè l'umanità possa continuare a gioire di questo suo tesoro, come già i nostri antenati. »


Prof. Dr. Salvatore Settis, Accademico dei Lincei, della Bayerische Akademie der Wissenschaften, della Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, dell’Institut de France, della American Philosophical Society 

« La convergenza di ricerca sul campo, strategie conservative e formazione dei giovani dà a questo progetto uno statuto particolarmente alto e consapevole. Nessun luogo quanto Pompei si presta a una alta sperimentazione, che possa poi servire di modello-pilota per l’archeologia classica (e non solo). La straordinaria attenzione mediatica che si è concentrata sui problemi conservativi di Pompei negli ultimi anni e la possibilità di aggiungere i fondi di questo progetto a quelli dell’Unione Europea e del governo italiano potrà consentire sinergie preziose e irripetibili confronti di metodo. Contribuire a rilanciare la ricerca, la tutela e la conservazione di Pompei: il Pompeii Sustainable Preservation Project può essere un agente essenziale della rinascita di Pompei che si può prevedere nei prossimi anni. »


Dr. Matteo Pardo, Wissenschaftlicher Attaché an der Italienischen Botschaft in Berlin 

« Questo progetto unisce due diversi piani di cooperazione. Innanzitutto un piano transnazionale, principalmente fra Italia e Germania, che è mio compito d’ufficio sostenere. Più importante, e necessaria, ritengo sia però la collaborazione interdisciplinare – più ancora: interculturale – fra discipline scientifico-tecniche e discipline umanistiche. Mi auguro e credo che il beneficio di queste cooperazioni, di lungo periodo, comprendenti una parte significativa di formazione, potrebbe estendersi oltre Pompei. »


Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance 

»Bildung, die in der geistigen Konfrontation mit historischen und kulturübergreifenden Erfahrungen Urteilsfähigkeit stärkt, und disziplinüberschreitende Kommunikation sind wichtige Grundlagen für die Zukunft Europas. In diesem Sinne hat das hier vorgestellte Projekt, das Denkmalschutz, Ausbildung und Forschung vereint, wegweisenden Charakter. Das Pompeji Sustainable Preservation Project verdient eine breite Unterstützung!«


Prof. Dr. Stefano De Caro, Director-General, International Centre for the Study of the Preservation and Restoration of Cultural Property 

« La formazione di giovani conservatori e restauratori è una delle più importanti garanzie per il futuro della tutela dei monumenti antichi. Questo progetto, che unisce un approccio interdisciplinare ed internazionale ad una formazione sul campo, si muove certamente nella giusta direzione. Il contributo che esso offre attraverso lo sviluppo di capacità e competenze è inoltre di lunga durata ed anche questo è un importante elemento per il futuro della conservazione dei beni culturali. »


Arch. Gisella Capponi, Direttrice dell‘Istituto Superiore per la Conservazione ed il Restauro (ISCR) del Ministero per i Beni e le Attività Culturali 

« Gli aspetti relativi alla definizione dei piani di conservazione programmata, alla formazione e alla sperimentazione di metodologie per la conservazione delle superfici dell’architettura del PSPP rivestono per noi dell’ISCR particolare interesse. In questi campi il nostro Istituto ha maturato negli anni esperienze in Italia e all’estero che saremmo interessati a poter condividere con i partecipanti all’iniziativa. »


Prof. Andrew Wallace-Hadrill OBE FBA, Herculaneum Conservation Project and Director of Research, Faculty of Classics, University of Cambridge 

“Never has Pompeii been more desperately in need of conservation than at the present! Conservation problems are numerous and complex, and resolving them requires more than the mechanical application of known methodologies. Experiment and scientific testing remain fundamental, and for that reason too, in our experience, a major conservation project can add much to our scientific and archaeological knowledge. I wish you all success in your initiative.”


Prof. Dr. Henner von Hesberg, ehem. Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom 

»Wer im Abstand von wenigen Jahren die Stadt besucht hat, wird mit Schrecken feststellen, dass ganze Wände antiker Malerei heute kaum mehr zu erkennen sind und ihre Wirkung verloren haben. Hier muss etwas geschehen! Jetzt ist unbedingt eine Konservierung erforderlich, die den noch vorhandenen Bestand besser schützt und für die Zukunft erhält. Die Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts unterstützt deshalb nachdrücklich diese Initiative.«


Prof. Heather A. Viles, Professor of Biogeomorphology and Heritage Conservation, University of Oxford 

“The vast and complex ruined site at Pompeii presents a unique opportunity to improve our understanding of the causes and rates of deterioration of stonework and plaster. As a result, and building on expertise gained from the study of many other monuments, we will be able to develop novel and sustainable conservation strategies which will help preserve the monuments for years to come. Understanding the combination of factors which are causing deterioration in different parts of Pompeii, and working with (rather than against) natural processes are the foundations of our approach.”


Prof. Dr. Daniele Malfitana, Direttore dell’Istituto per i Beni Archeologici e Monumentali, Consiglio Nazionale delle Ricerche e docente di Archeologia, Università di Catania 

« Pompei rappresenta una palestra straordinaria per chi opera nel settore della ricerca finalizzata allo sviluppo di metodologie e tecniche per il recupero e la conservazione del patrimonio archeologico e monumentale. Produrre conoscenza e ricerca, sperimentare azioni applicative per la conservazione della città antica, formare nuove competenze sono tre obiettivi strategici per il successo di un progetto quale il PSPP. Pompei rappresenta anche il contesto ideale per un dialogo tra scuole diverse perché è attraverso il dialogo ed il confronto, anche metodologico, che si raggiunge eccellenza di risultati. »


Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP 

»Durch die einzigartige Verbindung von Natur- und Geisteswissenschaften im Rahmen des PSPP werden alle beteiligten Fachrichtungen voneinander profitieren. Der Gedanke, Pompeji als Arbeitsfeld für bauphysikalische Forschung zu etablieren, ist ebenso außergewöhnlich wie vielversprechend!«


Prof. Erwin Emmerling, Ordinarius für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft der Technischen Universität München

»Seit Beginn der Ausgrabungen in Pompeji wird in der Stadt restauriert! Kein anderer Ort der europäischen Vergangenheit spiegelt in so dichter Form auch die Geschichte europäischer Restaurierungsmethoden wieder. Allein deswegen ist Pompeji der ideale Ort für ein (Ausbildungs-)Zentrum der Restaurierungswissenschaften!«


Prof. Dr. Massimo Osanna, Soprintendente, Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Pompei, Ercolano, Stabia 

« La Soprintendenza Speciale per i Beni Archeologici di Pompei, Ercolano, Stabia ha recentemente intrapreso un piano ambizioso di conoscenza e conservazione del sito archeologico di Pompei, dei suoi edifici e manufatti. Il Pompeii Sustainable Preservation Project condivide gli obiettivi di questo impegno, al quale contribuisce con una preziosa opera di ricerca e formazione. Proprio da uno studio capillare dei monumenti e dalla formazione sul campo di restauratori ed archeologi deve ripartire il lavoro a Pompei, in un‘ottica di collaborazione e dialogo tra istituzioni e discipline. »

FUNDRAISING

Wen wir suchen

POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

Das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT ist ein auf Fundraising basierendes Vorhaben. Direktes Sponsoring ist notwendig, um die Fördergelder unmittelbar der Forschung und Erhaltung von Pompeji zukommen zu lassen. Mit dem konventionellen Weg der öffentlich geförderten Forschung ist das Projekt gerade wegen des neuen Ansatzes der Kombination von Restaurierungspraxis, Wissenschaft und Lehre nicht umsetzbar.

Das Projekt ist auf zunächst zehn Jahre angelegt und wird in dieser Zeit eine Fördersumme von zehn Millionen Euro benötigen, um die Arbeitsschritte des Erhalts des Kulturerbes in der notwendigen herausragenden Qualität umsetzen zu können. Die Summe erlaubt die Beschäftigung von hochqualifiziertem Personal, die Vergabe von Forschungsstipendien, die nachhaltige Restaurierung aller Grabbezirke, den Bau von Schutzdächern, die multimediale Aufarbeitung und Präsentation der Nekropole, die Durchführung von Sommerakademien und Fortbildungskursen für Studenten sowie Führungen für Schulklassen und die Einladung von Gastwissenschaftlern. Beinhaltet sind darin auch die notwendigen Bau- und Forschungsarbeiten sowie die Publikation und medienwirksame Verbreitung der Projektergebnisse.

Die Arbeiten an der Porta Nocera Nekropole werden fünf Jahre andauern und insgesamt sechs Millionen Euro kosten. Um das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT umsetzen zu können, werden Sponsoren gesucht, die mit ihrem Interesse hinter den Werten des Projekts stehen und sich mit seinen drei Säulen – Erhalt des Kulturerbes, Ausbildung und Forschung – identifizieren. Gemeinsam können wir grundlegend zur Bewahrung des Weltkulturerbes Pompeji beitragen und gleichzeitig dafür sorgen, dass aus der für den Kulturerhalt notwendigen Denkmalpflege eine Investition in die Zukunft wird, von der auch andere Antikenstätten profitieren werden.

Spenden

Spenden Sie für das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT

fördern Sie Forschung und Ausbildung zum Erhalt dieses einzigartigen Kulturerbes!

Nur mit Ihrer Hilfe können wir für die Erhaltung von Pompeji weiter arbeiten und forschen. Ihre Spenden dienen der Erforschung und der Entwicklung von Methoden, Materialien und Verfahren zur langfristigen Erhaltung der antiken Stätte und der Wissensvermittlung an junge Nachwuchsforscher/-innen und Restauratoren/-innen. Sämtliche Arbeiten im Rahmen des Projekts kommen dem dauerhaften Erhalt der Nekropole vor der Porta Nocera in Pompeji zu Gute. Jeder kann helfen!

Bitte überweisen Sie Ihre Zuwendung unter dem Verwendungszweck: „Spende Pompeji PSPP“, ggf. ergänzt durch ihre Adresse, auf folgendes Spendenkonto: 

BIC (SWIFT-CODE): DEUTDEMM
IBAN: DE86 7007 0010 0752 1933 00
Deutsche Bank, München
Markiert als “Spende für das PSPP, 003-320285“.

Für Fragen rund um Ihre Spende erreichen Sie uns unter: spenden@pompeii-pspp.org.

Hinweis:
Die Fraunhofer-Gesellschaft fördert Wissenschaft und Forschung und ist von der Körperschaftsteuer befreit (letzter Freistellungsbescheid vom 11.11.2014). Für Spenden bis 200 Euro genügt als steuerlicher Zuwendungsnachweis der Ausdruck dieses Spendenaufrufs in Verbindung mit der Buchungsbestätigung Ihres Kreditinstituts, aus der Name und Kontonummer oder ein sonstiges Identifizierungsmerkmal des Auftraggebers und des Empfängers, der Betrag, der Buchungstag sowie die tatsächliche Durchführung der Zahlung ersichtlich sein müssen. Eine gesonderte Zuwendungsbestätigung ist in solchen Fällen nicht erforderlich. Bei Beträgen über 200 Euro wird bei Vorliegen der notwendigen Voraussetzungen eine gesonderte Zuwendungsbestätigung ausgestellt - – bitte teilen Sie uns in diesem Fall Ihre Adresse zusammen mit dem Stichwort „Spende Pompeji PSPP“ im Verwendungsnachweis Ihrer Überweisung mit.

Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.


Wir danken allen Freunden und Partnern, die das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT finanziell unterstützen!

  • Alan and Linde Katritzky Foundation
  • Lukas Heinemann
  • Kristin Oswald
  • Katharina Lara Claudia Franz

Seit April 2015 hat das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT Spenden in Höhe von insgesamt 92.560 € erhalten.

Wir danken den American Friends of the German Archeological Institute und dem Deutschen Archäologischen Institut für die Unterstützung unseres Fundraisings in den Vereinigten Staaten von Amerika. 

Aktuelles

Termine

Internationale Auftritte

Vorstellung des Projekts auf folgenden Veranstaltungen:

  • 19. Februar 2016, 10:30 Uhr: »Pompeji - Schutz und Bewahrung eines archäologischen Welterbes«
    Das POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT will einzigartige Kulturdenkmäler in Pompeij schützen und den Weg dorthin zur Entwicklung von Kompetenzen nutzen. Es vereint deswegen hochqualitative Restaurierung pompejanischer Befunde mit geistes- und naturwissenschaftlicher Spitzenforschung und der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern.
    Die Veranstaltung »Pompeji - Schutz und Bewahrung eines archäologischen Welterbes« stellt die Inhalte, Ziele und Arbeiten vor. Zudem haben die Teilnehmer die Möglichkeiten für Diskussion und Austausch.

    Nachbericht zur Veranstaltung

  • 03. Juni 2015, 10:30: "Pompei. Progetti in corso e prospettive",  Dr. Massimo Osanna, Soprintende di Pompei, Gispoteca di Arte Antica, Pisa.
  • 03. Juni 2015, 10:30: "Pompeii Sustainable Preservation Projekt", Dr. Albrecht Matthaei, Fraunhofer IBP, Dr. Anna Anguissola, LMU München, Gispoteca di Arte Antica, Pisa.
  • 09. Januar 2015: "Pompeii Sustainable Preservation Project: The First Campaing at the Nocera Gate Necropolis", Vortrag von Dr. Albrecht Matthaei, Fraunhofer IBP, Dr. Anna Anguissola, LMU München, und Dr. Ralf Kilian, Fraunhofer IBP, 2015 AIA/SCS Joint Annual Meeting, 8. - 11. Januar 2015, New Orleans, USA
    Weitere Informationen
  • 08. Dezember 2014: "Pompeji eine Zukunft geben", Dr. Albrecht Matthaei im Gespräch mit Dr. Andreas Hoffmann, Geschäftsführer des Bucerius Kunst Forums und Kurator der Ausstellung "Pompeji. Götter, Mythen, Menschen", Bucerius Kunst Forum Hamburg
  • 15. September 2014: "Pompeji zur Zeit des 'Grande Progetto Pompei' - laufende Arbeiten und Perspektiven", Vortrag von Prof. Dr. Massimo Osanna Soprintendente von Pompeji, Herculaneum und Stabia, 18 Uhr (c.t.), Hörsaal des Lehrstuhls für Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft der TUM, Oettingenstr. 15, München
  • 02. - 05. Januar 2014: Annual Meeting of the Archaeological Institute of America, Chicago (USA)
    Weitere Informationen
  • 28. - 30. März 2014: Theoretical Roman Archaeology Conference (TRAC), Reading (Großbritannien)
    Weitere Informationen
  • 07. - 09. Mai 2014: 2nd International Conference on Protection of Historical Constructions, Antalya (Türkei)
    Weitere Informationen
  • 20. November 2014: Zetesis - la Gioia della Ricerca, Rom

 

 

Symposium „Pompeji – Schutz und Bewahrung eines archäologischen Welterbes“ 

Am 19. Februar 2016 fand in der Technischen Universität München das Symposium „Pompeji – Schutz und Bewahrung eines archäologischen Welterbes“ statt. Ausgerichtet wurde es vom PSPP, dem Italienischen Kulturinstitut in München, der Kulturinitiative Phoenix Pompeji e.V. und Forum Italia e.V. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Generalkonsuls der Republik Italien Herrn Renato Cianfarani.  Wir möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen und allen Teilnehmern, Mitveranstaltern und Sprechern der Veranstaltung sehr herzlich für Ihre Unterstützung danken.

„Die Vergangenheit zu bewahren ist eine Investition in die Zukunft.“ Unter dieser Prämisse stand der Vortragsnachmittag in München, der auch danke einer großen Zuschauerzahl und einer regen Diskussion in der Presse als voller Erfolg bezeichnet werden kann.

Obwohl die Besucherzahlen in den Ausgrabungen und in Ausstellungen zu den antiken Städten an den Abhängen des Vesuvs seit Jahren steigen, galten Pompeji und Herculaneum lange als Sorgenkinder der Denkmalpflege. Doch ausgerechnet in schwierigen Zeiten findet am Golf von Neapel, größtenteils abseits der breiten, öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland, eine Entwicklung zum Positiven statt, die das ungeheure Potential dieses einmaligen Weltkulturerbes für Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik nutzt. Eine Vielzahl von unterschiedlichen nationalen und internationalen Restaurierungsinitiativen unter Leitung der Soprintendenza Pompeii sorgt aktuell für eine klare Trendwende. Diese arbeiten nicht nur an der nachhaltigen Konservierung der Antikenstätten in der Vesuv-Region, sondern nutzen auch die enorme Kapazität, die die umfassend erhaltenen antiken Stätten für die Konservierungswissenschaften allgemein bieten. Pompeji und Herculaneum werden so zu einem Forum des transdisziplinären Austauschs, nicht nur zwischen Restauratoren und Altertumsforschern. Gerade die neuen Methoden zur digitalen Erfassung und Dokumentation sowie die Konstruktion von dauerhaften Schutzbauten erweitern den Kreis der Wissenschaften, die sich um den Erhalt der antiken Stätten bemühen und aktuell neue Techniken und Methoden entwickeln, die weltweit benötigt werden.

Bei der Veranstaltung in München standen die Leitern des Grande Progetto Pompei, des Herculaneum Conservation Project und des POMPEII SUSTAINABLE PRESERVATION PROJECT gemeinsam auf einer Bühne, um die Öffentlichkeit in Deutschland über die aktuellen Entwicklungen zu informieren:

Der Generaldirektor der Soprintendenza Pompei Prof. Dr. Massimo Osanna stellte die Leistungen und Fortschritte des Grande Progetto Pompei (http://www.pompeiisites.org/Sezione.jsp?idSezione=354) vor. Hier wird aktuell wichtige Grundlagenarbeit im Hinblick auf die digitale Erfassung und Bewertung des Erhaltungszustands der antiken Stätte geleistet. So entsteht eine umfassende Datenbasis, die eine dauerhafte Wartung und Pflege überhaupt erst möglich und planbar macht. Darüber hinaus werden unterschiedliche Restaurierungsprojekte umgesetzt, Schutz und Führung der Besucher verbessert, und Archive erstmalig digital zugänglich gemacht.

Prof. Dr. Stefano de Caro, Präsident von ICCROM (http://www.iccrom.org/), einer der UNESCO angegliederten konservierungs-technischen, insbesondere auch im Bereich der Fort- und Weiterbildung weltweit agierenden Institution, stellte die Geschichte der Ausgrabungen und frühen Ansätze zur Konservierung in Pompeji bis in die Jetztzeit in beeindruckender Weise dar. Im chronologischen Rückblick gleichen vielfältigen Restaurierungen die in Pompeji während der letzten rund 250 Jahre durchgeführt wurden einer Spirale, bei der auf Phasen enormen Engagements und euphorischen Schwungs immer wieder Stagnationen folgten. Gleichwohl ist jeder Eingriff, der in Pompeji getätigt wurde und jede Restaurierungsmaßnahme im Kontext ihrer Zeit gesehen, eine wichtige Erkenntnisquelle, von der heutige Konservierungsforscher lernen können. Der Redner betonte, dass nun erstmals mit dem GPP eine wirklich umfassende Initiative zur Konservierung und Erhaltung von Pompeji auf den Weg gebracht wurde, die zudem nicht allein vom italienischen Staat ausgeht, sondern diese Aufgabe als eine Europäische definiert. Auch die aktuellen, internationalen Initiativen für Forschung und Ausbildung in der Vesuv-Region seien ein Zeichen für einen Aufbruch zu neuen Ansätzen in der Konservierung und im Umgang mit Antikenstätten.

Eine der angesprochenen Initiativen, das Herculaneum Conservation Project (http://www.herculaneum.org/hcp-home/), wurde von Prof. Andrew Wallace-Hadrill vorgestellt. Dabei wurden drei Hauptaspekte deutlich: 1. Konservierung und Archäologie müssen immer mit einander einhergehen. Bestrebungen zur Erhaltung können archäologische Untersuchungen erforderlich machen, wie Wallace-Hadrill beeindruckend am Beispiel der Trockenlegung der Fundamente der Stadt darlegte. 2. Wasser ist das zentrale Problem und dessen Ableitung die größte Herausforderung für die Antikenstätten am Vesuv. Und 3. Projekte in archäologischen Stätten wie Herculaneum können immer nur im Kontext der dort lebenden Bevölkerung und in engem Dialog passieren. Das Herculaneum Conservation Project wird von der Packard Humanities Stiftung seit fast 15 Jahren mit einem Fördervolumen von etwas über 10 Mio. Euro gefördert und ist für das Pompeii Sustainable Preservation Project ein leuchtendes Vorbild, was derartige Initiativen erreichen können.

Im abschließenden Vortrag des Nachmittags stellte Dr. Ralf Kilian die Entwicklung des PSPP in den letzten vier Jahren dar. Das Projekt kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2015 zurückblicken, u.a. mit der Durchführung der ersten Internationalen Sommerschule für Konservierung von antiken Stätten in der Porta Nocera Nekropole, bei der zehn jungen Restauratoren aus fünf Ländern alle notwendigen Arbeitsschritte kennenlernen konnten. Die Arbeiten umfassten die Bewertung der konservatorische Risiken in einem städtischen Areal, die Planung und Priorisierung von Notfall-Interventionen, Tests von Materialien, die Einrichtung der Baustelle und schließlich die praktischen Konservierungsarbeiten bis hin zur Dokumentation der Maßnahme. Die Technische Universität München entwickelte den Prototypen für ein neues und dauerhaftes Schutzdach, der noch 2016 in der Nekropole realisiert werden soll. Für die Aufstellung weiterer Schutzdächer arbeitet das PSPP auch mit dem Verein Phoenix Pompeji zusammen, der Mittel für die Erhaltung der antiken Stätte und für konservatorische Arbeiten vor Ort sammelt und auch Mitveranstalter des Symposiums ist. Das CNR-IBAM hat die digitale Dokumentation der Nekropole nochmals erweitert und diese Arbeiten nun auch in einem 6-minütigen Film zusammengefasst, der auf der Homepage des PSPP abrufbar ist.

In der abschließenden Podiumsdiskussion ging es darum, Pompeji als Impulsgeber des Kulturerhalts in Krisenzeiten zu bewerten. Dabei wurde nochmals die Bedeutung der internationalen Bemühungen und Initiativen wie auch einer breiten Öffentlichkeitsarbeit betont, zu der wir mit unserem Symposium einen Beitrag leisten wollten. Alle Diskutanten und Sprecher des Symposiums stimmten darin überein, dass die Frage nach der Bedeutung des Erhalts von Denkmalen als nicht erneuerbarer kultureller Ressource weit mehr als bisher in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit verankert werden muss. Pompeji und Herculaneum können hier als traditionsreiche und berühmte Male der europäischen Kulturgeschichte eine weithin sichtbare Leuchtturmfunktion einnehmen.

 


Kontakt


Projektkoordination Fundraising

Dr. Ralf Kilian
ralf.kilian@ibp.fraunhofer.de
Telefon +49 8024 643-285

Stakeholder Kommunikation
Projektkoordination Fundraising

Sara Saba, PhD
saba.sara@ibp.fraunhofer.de
Telefon +49 8024 643-0


Wissenschaftlicher Beirat

Dr. Anna Anguissola
anna.anguissola@fau.de
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Wissenschaftlicher Beirat

Dr. Albrecht Matthaei
albrechtmatthaei@googlemail.com
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Presse

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assja.terseglav@ibp.fraunhofer.de
Telefon +49 8024 643-642

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